Udo Samel
Udo Samel erhielt als Sängerknabe der "Laubacher Kantorei" eine umfangreiche musikalische Ausbildung, studierte zwei Semester Slawistik und Philosophie in Frankfurt am Main und wechselte dann an die dortige Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Sein Debüt war der Roelle in Marieluise Fleißers FEGEFEUER IN INGOLSTADT (Regie: Michael Gruner, Staatstheater Darmstadt, 1976). Es folgte ein zweijähriges Engagement am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Von 1978 bis 1992 gehörte er zum Ensemble der Berliner Schaubühne. Nach einer freiberuflichen Zeit war er am Residenztheater in München und am Schauspiel Frankfurt engagiert. Zuletzt gehörte er 10 Jahre zum Ensemble des Wiener Burgtheaters.

Zu seinen wichtigsten Rollen zählen Orestes / Chor in Aischylos`DIE ORESTIE (Regie: Peter Stein), Kalldewey in Botho Strauß‘ KALLDEWEY FARCE (Regie: Luc Bondy), der Richter in Jean Genets DIE NEGER (Regie: Peter Stein), Hermes in Aischylos / Handkes PROMETHEUS, GEFESSELT (Salzburger Festspiele, Regie: Klaus Michael Grüber), Porfirij in Dostojewski / Wajdas SCHULD UND SÜHNE (Regie: Andrzej Wajda), Trofimow in Tschechows DER KIRSCHGARTEN (Regie: Peter Stein), Olaf in der Uraufführung von Botho Strauß‘ DIE ZEIT UND DAS ZIMMER (Regie: Luc Bondy), Sosias in Heinrich von Kleists AMPHITRYON (Regie: Klaus Michael Grüber), die Titelrolle in Goethes TORQUATO TASSO (Regie: Cesare Lievi) am Akademietheater in Wien, der Teufel in Hofmannsthals JEDERMANN (Salzburger Festspiele) sowie die Titelrolle in Büchners WOYZECK (Regie: Stéphane Braunschweig) am Residenztheater in München. Am Wiener Burgtheater spielte Udo Samel u. a. in Andrea Breths Inszenierungen von Tschechows DER KIRSCHGARTEN und Lessings MINNA VON BARNHELM ODER DAS SOLDATENGLÜCK. Bei den Salzburger Festspielen war er in der Rolle des Porfirij Petrowitsch in VERBRECHEN UND STRAFE zu sehen. Am Schauspielhaus Graz spielte er unter der Regie von Peter Konwitschny die Titelrolle in Shakespeares KÖNIG LEAR und den Mephisto in Goethes FAUST.
 
In der Spielzeit 1995 / 96 gab Udo Samel sein Debüt als Regisseur mit Alban Bergs Oper WOZZECK am Nationaltheater Weimar. Es folgten Inszenierungen an den Opernhäusern in Bremen, Dresden, Frankfurt am Main und Sevilla.
 
Seit seinem ersten Spielfilm MESSER IM KOPF (1978, Regie: Reinhard Hauff) war Udo Samel in über 70 Kino- und Fernsehfilmen zu sehen. Einer großen Öffentlichkeit wurde Udo Samel bekannt, als er 1986 im ZDF-Dreiteiler MIT MEINEN HEISSEN TRÄNEN den Komponisten Franz Schubert spielte. Für seine Leistung wurde Udo Samel mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold, dem Deutschen Darstellerpreis und dem Europäischen Filmpreis Barcelona ausgezeichnet. Ebenfalls für das ZDF entstand 1993 unter der Regie von Peter Weck  und geschrieben von Curth Flatow der Sechsteiler DURCHREISE. Für seine Darstellung des jüdischen Chefs einer Modefirma, der anfangs nicht glauben will, daß das Nazi-Regime für ihn eine tödliche Gefahr darstellt, erhielt Udo Samel den Bayerischen Fernsehpreis.

Am Renaissance-Theater Berlin spielte Udo Samel in DAS ATELIER von Jean-Claude Grumberg und in DREI MAL LEBEN von Yasmina Reza. Die Schaubühnen-Inszenierung von Yasmina Rezas "KUNST" aus dem Jahr 1995 ist seit dem Jahr 2000 im Renaissance-Theater zu sehen, inzwischen mit über 400 Aufführungen.

(Stand: Oktober 2015)

Aufführungen:
OHNE GRUND NICHT DENKEN - Kammermusik & Literatur
DREI MAL LEBEN
DAS ATELIER
"KUNST"
"KUNST" -Gastspiel des RT-
KAMMERMUSIK & LITERATUR 1
VERWIRRUNGEN IN DEN ANSICHTEN ÜBER DIE DINGE (Ad jocis ad seria)
WILL IN SCHÖN'RE WELTEN LANGEN
Kammermusik & Literatur: TRAUMBILDER
DAS ATELIER -Gastspiel des RT-
ENTARTETE KUNST
Foto: Florian Rossmanith
zurück
Kartentelefon : +49-30-312 42 02 | CMS by STAPIS GmbH