DIE HOSE

von Carl Sternheim

Gleich beginnt die Aufführung. Borsi Aljinović, Klaus Christian Schreiber und Guntbert Warns sitzen in ihrer Garderobe. Die Inspizientin macht die Ansage: "Die Herren Aljinović, Schreiber und Warns bitte zum Auftritt ..."


Ein Video von Klaus Christian Schreiber

Berlin 1900, großer Staatsakt: Der Kaiser zieht in einer Parade am Volk vorbei und Luise Maske, die junge Frau des Beamten Theobald Maske, verliert ohne jede Absicht ihre Hose - ihre Unterhose versteht sich und das in aller Öffentlichkeit. Aus gutbürgerlichem Zorn gibt es zu Hause erst einmal Schläge, aber schnell erweist sich das Malheur als gelungene Werbekampagne für die Zimmer, die Theobald zur Aufbesserung seines Beamtengehalts vermieten will. Gleich zwei Beobachter des Hosen-Falls stürmen auf ihn ein. Der wohlhabende Schriftsteller Scarron und der ärmliche Friseur Mandelstam mieten sich bei Maskes ein, um in der Nähe von Luise zu sein. Luise nimmt die Offerten der Herren gerne an, empfindet allerdings nur für Scarron so etwas wie Zuneigung. Ihre Gefühle teilt sie mit der Nachbarin Gertrud Deuter, die sie in allem unterstützt und ihr sogar eine neue Hose auf den Leib schneidert. Zunächst scheint es, als würde Theobald Maske abgestraft und die gedemütigte Luise gerächt werden, aber die Lage kippt schnell um. Weil er seinen Mietern an Kalkül und Raffiniertheit weit überlegen ist, zieht Theobald aus der heiklen Situation einen beachtlichen ökonomischen Gewinn und ermöglicht sich und Luise dadurch völlig neue Perspektiven...

DIE HOSE war das erste Stück Carl Sternheims, das Max Reinhardt für das Deutsche Theater annimmt. Doch schon der Titel erregt Anstoß. Polizeipräsident Traugott von Jagow erließ "aus Gründen der Sittlichkeit" sofort ein Verbot. Auch die Umbenennung in DER RIESE besänftigt ihn nicht und nur mit Hilfe eines Tricks konnte am 15. Februar 1911 die Uraufführung unter der Regie von Felix Hollaender in den Berliner Kammerspielen stattfinden: Tilla Durieux, Schauspielerin und Frau von Sternheims Verleger Paul Cassirer, saß während der Generalprobe neben Jagow und lenkte ihn bei den von der Zensur beanstandeten Stellen ab. "Belustigt und geehrt über das Vertrauen, das man in meine Unterhaltungsgabe setzte, waren wir bald in ein angeregtes Gespräch vertieft. Ich kannte das Stück genau, und sooft es an der Zeit war, flüsterte ich meinem Nachbarn eine Bemerkung zu und sah ihn mit Vergnügen unaufmerksam."


"
Ein bestens aufgelegtes Ensemble, ein Theaterabend, der großen Spaß macht. Regisseurin Tina Engel hat die "Die Hose" inszeniert, flott, mit gutem Gespür für die Pointen, ohne aufgepfropfte Aktualisierungen."
Stefan Kirschner, Berliner Morgenpost

"Die fünf wunderbaren Darsteller liefern tolle Faxen ab, die famos stilisiert werden. Wenn sie durchdrehen, bewahren sie dabei immer die Form. Sie machen Spaß, ohne ins Schwitzen zu geraten und bringen uns ansatzlos zum Lachen, ohne sich anzubiedern."
Irene Bazinger, Berliner Zeitung

"Hier triumphiert das, was vielerorts selten geworden ist, nämlich allein aus der Vorlage gewonnene fein funkelnde Virtuosität."
Reinhard Wengierek  

Die Veröffentlichung ausführlicher Kritiken über die Aufführungen wird von Seiten der Zeitungsverlage nicht mehr stillschweigend geduldet und ist honorarpflichtig


Für die freundliche Unterstützung danken wir:

   

 
                     


mit
Klaus Christian Schreiber, Christin Nichols, Boris Aljinović, Anika Mauer, Guntbert Warns
Regie Tina Engel
Bühne Momme Röhrbein
Kostüme Eva Dessecker

Spieldauer ca. 2 Stunden und 15 Minuten, inkl. Pause

GÄSTEBUCH
Foto: Iko Freese / drama-berlin.de

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