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HUMOR IST NICHT ERLERNBAR - Ein heiteres Erinnern an Curt Goetz zu seinem 125. Geburtstag

Curt Goetz hat die Bühnen Berlins zwischen 1911 und 1933 mit vielen wunderbaren Gestalten bevölkert. Er war von Herbert Ihering zum besten deutschen Shaw-Darsteller geadelt worden. Er hat hier seine ersten Theaterstücke aufgeführt und Filme gedreht. Dann brachen andere Zeiten an. Curt Goetz ging mit seiner Frau und Bühnenpartnerin Valerie von Martens nach Amerika, versuchte sich dort ohne Erfolg als Drehbuchautor und betrieb schließlich eine Hühnerfarm.

Nach dem Krieg zurück in Europa, "brannte es ihm auf der Seele, wieder vor seinen Berlinern auf der Bühne zu stehen", so Valerie von Martens. Im Dezember 1950 war es soweit. Die Berliner standen schon Wochen im voraus Schlange vom Renaissance-Theater bis zum Knie - dem heutigen Ernst-Reuter-Platz - und überschütteten Curt Goetz und Valerie von Martens samt ihrem "Haus in Montevideo" mit Ovationen.  "Wenn die Leute vor Gelächter nicht gestorben sind, dann lachen sie heute noch", schrieb Friedrich Luft nach der Premiere. Curt Goetz siebzigster Geburtstag am 17. November 1958 wurde ebenfalls im Renaissance-Theater gefeiert. Als erster gratulierte Professor Kurt Raeck und schenkte - einem alten Schauspieleraberglauben folgend - nichts anderes als ein gebrauchtes Taschentuch. Im oberen Foyer erwartete ihn dann eine Riesentorte von mindestens anderthalb Metern Durchmesser, auf der im Kreise alle seine Theaterstücke als Marzipanbüchlein lagen, bestrahlt von siebzig Kerzen.

Zwei Jahre später war Curt Goetz tot. Valerie von Martens: "Im Renaissance-Theater wurde er aufgebahrt. Seine geliebten Schauspieler haben ihn auf ihren Schultern auf die Bühne getragen, von der er ihnen, gar nicht lange zuvor, mit so viel Haltung eine Liebeserklärung machte."

Curt Goetz höchst amüsanten Stücke waren Welterfolge, er selbst als Dramatiker, Filmemacher, Erzähler und Schauspieler berühmt. Doch mit seinem Tod 1960 verschwand auch sein Ruhm. Selbst der kürzlich verstorbene Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki wußte darauf keine Erklärung als er im Rahmen der F.A.Z. - Sonntagsfrage 2012 antwortete: "Seit etwa fünfzig Jahren kennt niemand mehr Curt Goetz. Niemand kann erklären, warum er so schnell und so ganz und gar in Deutschland und in der Welt vergessen wurde. Und auch ich weiß es leider nicht."

Im Mittelpunkt der Ehrung anläßlich Curt Goetz 125. Geburtstags durch die Curt-Goetz-Gesellschaft e. V. und das Renaissance-Theater Berlin steht eine szenische Lesung von Curt Goetz Komödie "Ingeborg", u. a. mit Eckardt Dux, der häufig mit Curt Goetz und seiner Frau, Valerie von Martens, zusammen gespielt hat. Ebenso lesen: Marion Elskis, Marie Gruber, u. a.

Aber worum geht es in "Ingeborg"? Ingeborg und Ottokar führen eigentlich eine glückliche Ehe. Bis sie eines Tages Besuch von ihrem alten Schulfreund Peter bekommen. Ingeborg schwärmt insgeheim seit langem für Peter, ohne ihn bisher kennengelernt zu haben. Während der Schulzeit hatte Peter das Mädchen bei einem verbotenen Treffen mit Ottokar gesehen, sich aber geweigert, vor der Lehrerschaft ihren Namen preiszugeben, und war deshalb von der Schule geflogen. Da Ingeborg nicht aufhörte, den ritterlichen Unbekannten zu rühmen, hat sich schließlich ihr Mann als derselbe ausgegeben. Jetzt fliegt dieser Schwindel auf! Ingeborg verliebt sich in Peter, der ihre Gefühle erwidert, aber sie ist hin- und hergerissen, sie will ihren Mann nicht nicht betrügen und erst recht nicht verlassen. Die Lage ist ernst, Ingeborg liebt eben alle beide. Hilft da vielleicht Tante Ottilies Ratschlag, eine Frau solle bei dem Mann bleiben, den sie liebt, und mit dem anderen ein Verhältnis beginnen? Oder bringt ein Spaziergang im Mondschein die Lösung?

Bei unseren Veranstaltungen im Bruckner-Foyer können Sie Ihre Plätze frei wählen:
Rechtzeitiges Erscheinen sicher Ihnen die besten Plätze.
Das Getränkebuffet ist vor der Vorstellung und in der Pause geöffnet.

Kartenpreise: 18 € / ermäßigt 10 €



mit
Eckart Dux, Marion Elskis, Marie Gruber, Dirk Bublies, Marcus Off

Spieldauer ca. 1 Stunde und 50 Minuten, inkl. Pause

GÄSTEBUCH
Foto c: Cinetext

Foto c: RT

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