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DER KRAWATTENKLUB

von Fabrice Roger-Lacan

Deutsch von Wolfgang Kirchner

Bernhard und Adrian, Partner eines Architekturbüros, sind seit zehn Jahren Freunde – bis zu dem Abend, da Adrian Bernhard erklärt, er könne dessen 40. Geburtstag nicht mit ihm feiern. Was ist für Adrian wichtiger als der Geburtstag seines besten Freundes? Adrian hat Bernhard all die Jahre verheimlicht, daß er einem Club angehört. Jeden ersten Donnerstag im Monat treffen sich die Mitglieder zu einem Dinner. Ein Club ohne Formalitäten, ohne festgeschriebene Statuten – außer: Wer ein einziges Mal nicht zum monatlichen Essen erscheint, fliegt raus.An diesem Abend bekommt die Beziehung der beiden einen mächtigen Knacks. Freundschaft und Aufrichtigkeit bedeuten Adrian offenbar wenig. Diese Erkenntnis ist für Bernhard überaus schmerzlich. Bernhard möchte mehr wissen von Adrians geheimnisvollem Club. Wie sind die Statuten? Gibt es einen Namen? Ein Abzeichen? Einen Zweck? Wer sind die übrigen Mitglieder? Bernhard ist fassungslos, als er erfährt, daß Vogeler, ihr erbitterter Konkurrent, einer derjenigen ist, mit denen Adrian allmonatlich speist. Der Riß, der durch ihre Freundschaft geht, könnte noch einmal gekittet werden, wenn Adrian sich dafür verwenden würde, daß auch Bernhard dem Club beitreten darf. Doch der ist nicht bereit, bei den Clubmitgliedern für ihn zu bürgen ...In der Folgezeit ist Bernhard mit allen Mitteln bemüht, in den Club aufgenommen zu werden. Er ist sich nicht zu schade, bei Vogeler, dem Konkurrenten zu Kreuze zu kriechen, um ihn als Bürgen zu gewinnen. Bernhard will unbedingt dort sein, wo auch sein bester Freund ist. Mit viel Selbsterniedrigung erreicht Bernhard, daß Vogeler ihm die Tür zu diesem exklusiven Club öffnet. Doch Adrian legt keinen Wert darauf, Bernhard zum Dinner zu begleiten. Daß er damit seinen Ausschluß riskiert, ist ihm plötzlich egal ...Was als harmlose Unterhaltung begonnen hat, wird nach und nach zu einem unerbittlichen, fast neurotisch zu nennenden Schlagabtausch, bei dem die Worte zu regelrechten Dolchstößen werden: Es ist so viel einfacher, dem anderen das vorzuwerfen, was man sich selbst nicht vorzuwerfen wagt."Der Krawattenklub", ein eskalierender, bitterernster und doch auch komischer Streit um Freundschaft und Verläßlichkeit, um Treue, Aufrichtigkeit und das Recht auf Distanz – ein Streit, der bis zum Mordversuch führt.

mit
Gedeon Burkhard, David Bennent
Regie Felix Prader
Bühne Werner Hutterli
Kostüme Werner Hutterli

Spieldauer ca. 2 Stunden inkl. Pause

Kritik Bislang veröffentlichten wir an dieser Stelle Kritiken über die Aufführung. Leider wird dieser Service von Seiten der Zeitungsverlage nicht mehr stillschweigend geduldet. Daher können wir Ihnen erst nach eindeutiger Klärung, in welcher Weise die Vergütung bei der Wiedergabe von Rezensionen zu erfolgen hat, diese Information wieder anbieten.

GÄSTEBUCH
© Iko Freese/ drama-berlin.de

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