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Jörg Pleva
 Der Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter Jörg Pleva wurde 1942 als Sohn eines Pianisten in Stuttgart geboren. Schon früh kam er durch seine Familie mit der Welt der ‚schönen Künste’ in Berührung, seine Großmutter war Opernsängerin gewesen, seine Mutter Ballettmeisterin an der Komischen Oper Berlin. Später studierte er an der Staatliche Hochschule für Musik und Schauspiel seiner Geburtsstadt und schloß 1960 seine Ausbildung ab. Rasch avancierte Pleva zu einem gefragten Darsteller auf der Bühne, nebenher wirkte er ab Anfang der 60er Jahre in vielen interessanten Film- und Fernsehproduktionen mit.
 
Ungeheure Popularität erlangte er dann 1970 mit seiner Rolle des Bernhard Lotz in Wolfgang Menges fiktiver Fernsehshow „Das Millionenspiel“. Neben Gastauftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie beispielsweise „Tatort“, „Der Kommissar“ oder „Sonderdezernat K1“ erlebte man den Schauspieler in den kommenden Jahren in großen Theater- und Literaturverfilmungen. So spielte er 1973 beispielsweise die Titelrolle in der Tragikkomödie „Florian“, Volker Lechtenbrink besetzte ihn als Lord Fancourt Babberley in seiner TV-Fassung von „Charlys Tante“ (1975) und Dieter Wedel holte ihn als Partner von Hannelore Elsner für „Ein Abend mit Labiche“ (1980) vor die Fernsehkamera. In Rainer Wolffhardts Historienfilm „Martin Luther“ (1983) mimte er Kaiser Karl V. und Lutz Büscher übertrug ihm die Rolle des Kai Hansen in „Sturmflut“ (1987). Mit Inge Meysel sah man ihn in der Komödie „Spätes Glück nicht ausgeschlossen“ (1988), mit Mario Adorf in „Keine Gondel für die Leiche“ (1989). Bis Ende der 90er stand Jörg Pleva für erfolgreiche Serien wie „Der Landarzt“, „Unsere Hagenbecks“, „Die Männer vom K3“, „Großstadtrevier“ oder „Praxis Bülowbogen“ vor der Kamera, zu seinen weiteren Arbeiten für das Fernsehen zählen unter anderem die Romanze „Ein unvergeßliches Wochenende…in Venedig“ (1993) sowie verschiedenste Auftritte in „Tatort“-Folgen.
 
Auf der Kinoleinwand sah man ihn unter anderem in Alfred Weidenmanns Storm-Adaption „Der Schimmelreiter“ (1978), in Rainer Erlers Komödie „Ein Guru kommt“ (1985), in Ulrich Königs Detektivfilm „Ein Fall für TKKG: Drachenauge“ (1992) und in Stephanie Graus Kinderkrimi „Schweinesand – Eine Insel voll Geheimnisse“ (1997).
 
Jörg Pleva sieht seine Hauptaufgabe sowohl als Darsteller als auch als Regisseur in seiner Theaterarbeit. 1995 gründete er die Schauspielkompanie ‚Adhoc’, um ausschließlich Werke des großen französischen Autors Molière auf die Bühne zu bringen. In „Wirr im Kopf“ beispielsweise gab er hinreißend den Diener oder brillierte in den Titelrollender Molière Klassiker „Der Geizige“ und „Der eingebildete Kranke“, zudem führte er gemeinsam mit Klaus Piening Regie und hat auch den Text von Molière bearbeitet.

Zuletzt spielte Jörg Pleva unter Dieter Wedels Regie bei den Wormser Nibelungen-Festspielen in Moritz Rinkes „Nibelungen“ den Dietrich von Bern sowie am Renaissance-Theater in Gérald Sibleyras’ „Wind in den Pappeln“ (Regie: Torsten Fischer; Premiere: Oktober 2007). Darüber hinaus ist Jörg Pleva Vorsitzender des Hamburger Fördervereins der "Stage School of Dance and Drama", der sich sehr für den Nachwuchs im Schauspielfach engagiert.
 
(Stand: März 2008)

Aufführungen:
WIND IN DEN PAPPELN
WIND IN DEN PAPPELN -Gastspiel des RT-
Porträt, © Foto: Barbara Braun / drama-berlin.de

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