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Tom Stoppard
Als Tom Stoppard 1999 den Oscar für sein Drehbuch zu „Shakespeare in Love“ entgegen nahm, konnte er bereits auf einen Goldenen Löwen, einen Golden Globe und einen Silbernen Bären zurück blicken. Stoppard, einer der prominentesten britischen Drehbuchautoren und Dramatiker der Gegenwart, wurde 1937 in Zlín in der Tschechoslowakei geboren. Seine Familie floh am 15. März 1939, dem Tag der deutschen Invasion der Tschechoslowakei, nach Singapur. Stoppard besuchte eine englische Schule in Indien, wohin seine Familie weiter floh, als die Japaner in Singapur einmarschierten. Sein Vater, ein Arzt, starb während dieser Flucht, seine Mutter heiratete danach einen britischen Major namens Stoppard. Die Familie siedelte dann nach England um. Stoppard verließ die Schule mit siebzehn und begann als Journalist zu arbeiten. Sein erstes Stück, „A Walk On The Water“, wurde 1960 fertig gestellt. Es wurde als „Enter A Free Man“ uraufgeführt. Als Journalist und Theaterkritiker begann er seine Karriere.
 
Er gehörte zur Generation der ,angry young men‘, die Ende der 50er und in den 60er Jahren die Bühne mit Sozialkritik, rebellierenden Helden der Arbeiterklasse und Alltagssprache revolutionierten. Seine ersten Stücke z. B. „Travesties“ und „Jumperswurden mehrfach ausgezeichnet. Darüber hinaus entstanden Romane, Kinderbücher, Hörspiele und Arbeiten für das Fernsehen. Stoppards Filmdrehbücher, oft Adaptionen erfolgreicher Romanvorlagen, sind von pointierten, intelligenten, ironischen und messerscharfen Dialogen getragen. Die jeweiligen Themen werden zugleich anspruchsvoll und unterhaltsam angepackt. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Skript für Joseph Loseys „Die romantische Engländerin“. Für Rainer Werner Fassbinder adaptierte er Vladimir Nabokovs Roman „Despair – Eine Reise ins Licht“ (1977). Graham Greenes Roman „Der menschliche Faktor“ wurde zum letzten Film von Regisseur Otto Preminger. Für Fred Schepisis Film „Das Russland Haus“ schrieb er das Drehbuch nach einem Roman von John Le Carré und den Spionage-Thriller „Enigma“, nach einem Roman von Robert Harris. In den 80er Jahren lieferte Stoppard das Drehbuch für Robert Bentons Gangsterfilm „Billy Bathgate“. Skripts für Steven Spielbergs „Das Reich der Sonne“ und Terry Gilliams „Brazil“ wurden für einen BAFTA-Preis bzw. für den Oscar nominiert. Für John Maddens Shakespeare in Love erhielt er insgesamt 14 Auszeichnungen.
 
1987 wurde er zum Ritter des Britischen Empire geschlagen. 2000 wurde ihm der Order of Merit verliehen. Die französische Regierung zeichnete ihn als Officier de L'Ordre des Arts et des Lettres aus. Zu den wichtigsten seiner zahlreichen Bühnenwerke zählen u.a. „Rosenkranz und Güldenstern sind tot“, „Das einzig Wahre“, „Arkadien“, „Rauhe See“, „Die Erfindung der Liebe“, „Die Küste Utopias“ undRock'n'Roll“. Letzteres wurde im Mai 2007 am Renaissance-Theater als Deutschsprachige Erstaufführung unter der Regie von Antoine Uitdehaag aufgeführt.
 
(Stand: Mai 2007)

Aufführungen:
ROCK'N'ROLL
ROCK'N'ROLL -Gastspiel des RT-
Porträt, © Verlag

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