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Peter Brook
Der englische Regisseur Peter Brook wurde am 21. März 1925 in London geboren. Seinen besonderen Ruf begründete er nach dem 2. Weltkrieg mit seinen sehr freien Shakespeare-Interpretationen und radikalen Inszenierungen zeitgenössischer Bühnenstücke z.b. von Jean Genet, Friedrich Dürrenmatt oder Peter Weiss. In Frankreich widmete er sich der Erforschung des Schauspielers und seiner Kunst und interessierte sich für die großen epischen Texte außereuropäischer Kulturen.
 
Brook studierte am Magdalen College in Oxford. Hier schloß er als jüngster Student in Vergleichenden Literaturwissenschaften ab. Während dieser Zeit realisierte er auch sein erstes Stück „Dr. Faustus“ von Christopher Marlowe (1943) und seinen ersten Film „A sentimental journey“ (1944). Er eroberte Europa dank einer triumphalen Tournee von „Titus Andronicus“ (1955) mit Laurence Olivier und Vivien Leigh.
 
1962 wurde Brook Direktor der Royal Shakespeare Company. Hier gründete er im Lambda Theatre Club seine erste experimentelle Gruppe und erarbeitete mit ihr das "Theater der Grausamkeit", dessen Titel als eine Huldigung an Antonin Artaud gedacht war. Peter Brook  fing an, den Körper, die Geste, die Stimme des Schauspielers zu erforschen. Bald zeigte sich, was eine Brook-Inszenierung “im leeren Raum” ausmacht: der Verzicht auf eine Bühnenbilddekoration und andere optische Effekte, die Hinwendung zum Schauspieler, der im Zentrum der Aufführung steht. 1968 erschien „Der leere Raum“, ein Buch, das die Theaterwelt verändert hat.
 
1970 verließ Brook England und gründete zusammen mit Micheline Rozan das “Centre International des Recherches Théâtrales" (C.I.R.T.) in Paris. Hier arbeitete er mit einer internationalen Gruppe von Schauspielern zusammen und untersuchte sprachunabhängige Kommunikationsformen im Schauspiel. Mit dieser Gruppe reiste Brook nach Afrika und in die Vereinigten Staaten. 1974 war die Zeit der Experimente vorbei. Das C.I.R.T. wurde zum C.I.C.T., dem "Centre International de Créations Théâtrales". Spielort war und ist bis heute das Theater der “Bouffes du Nord” in Paris. Am Renaissance-Theater Berlin inszenierte er im Mai 2006 „Glückliche Tage“ von Samuel Beckett.
 
Über sechzig Theaterstücke und Opern inszenierte Peter Brook im Laufe seines Lebens, die auf der ganzen Welt gezeigt wurden: „Timon von Athen“, „Les Iks“ (1975), „Ubu aux bouffes“ (1977), „Le mahabharata“ (1985), „L’homme qui“ (1993), „Le costume“ (1999), „The tragedy of Hamlet“ (2000). Seine bisher letzte Operninszenierung ist „Don Giovanni“ (Aix-en-Provence, 1998/2002).
 
Seine Autobiographie „Zeitfäden“ ist 1998 (deutsch 1999) erschienen.
Peter Brook ist verheiratet mit der Schauspielerin Natasha Parry, die 1995 in der französischen Version von „Glückliche Tage“ („Oh les beaux jours“, Lausanne-Vidy) die Winnie spielte.
 
(Stand: Mai 2006)

Aufführungen:
GLÜCKLICHE TAGE
Porträt

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