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Fabrice Roger-Lacan
 Mit seinen 49 Jahren ist Fabrice Roger-Lacan, Enkel des berühmten Psychiaters Jacques Lacan, Teil eines engen Zirkels gefeierter französischer Autoren. Kritik und Publikum nennen ihn in einem Atemzug mit Yasmina Reza oder Florian Zeller.

Fabrice Roger-Lacan hat immer für das Theater und das Kino gelebt. Eingeschult auf der sehr elitären "École active bilingue", hat er schon im jugendlichen Alter die großen Klassiker inszeniert, wie zum Beispiel Corneilles LE CID. Er ist ein leidenschaftlicher Anhänger von François Truffaut und Claude Sautet und träumte anfangs noch davon, Schauspieler zu werden. Aber der doch eher introvertierte Mann begriff schnell, daß seine Berufung im Schreiben liegt.

"Eines schönen Tages tauchte dieser wunderbare Normalo von 22 Jahren in meinem Büro auf", erzählt Simone Harari, damals Chefin einer großen französischen Filmgesellschaft. „Ich habe ihm geraten, erst einmal ganz ruhig seinen Abschluß zu machen und dann die Lehramtsprüfung zu bestehen. Aber es war stärker als er, er war so sehr entschlossen, daß er bereits sechs Monate später anfing, am Drehbuch für eine TV-Serie mitzuschreiben. Bis heute ist Fabrice Roger-Lacan erfolgreich als Autor für Film und Fernsehen tätig.

Aber seine wirkliche Leidenschaft ist das Theater. "Das verschafft eine ganz besondere Erregung. Als ich noch ein Kind war, liebte ich es, in den Kulissen der Theater herumzustreichen." Sein Vater, der Bankier Bruno Roger, eine der Säulen des Hauses Lazard Frères in Paris, nahm ihn jedes Jahr zum Festival nach Aix-en-Provence mit. Von seinem Vater hat Fabrice Roger-Lacan die Liebe zur Literatur – an erster Stelle Proust – geerbt. Aber es war sein Kontakt mit dem Großvater mütterlicherseits, dem Psychoanalytiker Jacques Lacan, der seinen Geschmack für die Bühne geformt hat. "Sein Auftreten hatte etwas unbestreitbar Theatralisches an sich. Er hatte, auch im Familienkreis, eine unglaubliche Art zu schweigen. Selbst als Kinder haben wir begriffen, daß er eine echte Berühmtheit war." Zu seinem großen Bedauern ist der berühmte Vorfahre aus seinem Leben verschwunden. Fabrice ist sieben Jahre alt, als er seine Mutter durch einen Autounfall verliert. Aus Trauer um seine Tochter zieht sich der Großvater aus dem Leben des Enkels zurück. Dieser erweitert 1986 seinen Nachnamen indem er den Namen Lacan an Roger anhängt. "Das war keine Koketterie, oder eine Werbeidee, um seinem Namen ein größeres Gewicht zu verleihen" versichern seine engen Freunde. Für Fabrice diente die Annahme des Namens Lacan in erster Linie dazu, die Trauer um seine Mutter zu verarbeiten. Hat diese komplexe Erbschaft dazu geführt, daß er in den Tiefen der Seele seiner Figuren forscht?

Weit entfernt des Showbiz-Wahnsinns, ist der Mann, seit 30 Jahren mit einer Bildhauerin verheiratet. Das Paar hat fünf Kinder und lebt in Paris.
Das erste Stück von Fabrice Roger-Lacan, DER KRAWATTENKLUB, feierte in der Spielzeit 2005 / 2006 am Renaissance-Theater Berlin seine Premiere. Nun folgt mit UNWIDERSTEHLICH das zweite Bühnenwerk des erfolgreichen französischen Drehbuchautors und Dramatikers. Es feierte 2007 im renommierten Théâtre Hébertot in Paris seine Uraufführung.

(Stand: März 2015)

Aufführungen:
DER KRAWATTENKLUB -Wiederaufnahme-
DER KRAWATTENKLUB
UNWIDERSTEHLICH
Foto: SACD, Paris

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