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Herb Gardner
Schon als Teenager begann der am 28. Dezember 1934 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborene Dramatiker, Drehbuchautor, Filmregisseur, Maler und Bildhauer Herb Gardner Theaterluft zu schnuppern. Ganz direkt hatte er die Möglichkeit, die Kunst des Stückeschreibens zu erlernen: Durch einen Teilzeitjob als Garderobier und Orangensaftverkäufer am National Theatre und am Court Theatre konnte er sich so manche Vorstellung weit über 100 Mal ansehen.
 
Umso erstaunlicher, daß seine erste Veröffentlichung im Jahr 1958 „A piece of action“ ein Roman – sein einziger – war. Einige Jahre arbeitete er als erfolgreicher Cartoonist, bis ihn 1962 die Uraufführung von „Tausend Clowns“ (Revivals 1996 und 2001) am Broadway mit einem Schlag berühmt machte.  Weltweit entwickelte sich „Tausend Clowns“ zu einem Riesenerfolg. Für die Filmadaption der Komödie erhielt Gardner 1965 den ersten Preis der Screenwriters Guild für das beste Drehbuch. Dieser Ehrung folgten im gleichen Jahr zwei Oscarnominierungen in den Kategorien Bestes Drehbuch und Bester Film.
 
Seine nächsten beiden Komödien „The goodbye people“ (Uraufführung 1968) und „Thieves“ (Uraufführung 1974) wurden ebenfalls verfilmt. Herb Gardner selbst schrieb das Drehbuch und führte Regie.
 
1979 wurde der Allrounder Herb Gardner, gemeinsam mit anderen Co-Autoren, für eine Fernsehsendung über die Schauspielerin Anne Bancroft, von der Academy of Televisions, Art and Sciences mit dem begehrten Emmy Award ausgezeichnet.
 
Sein Welterfolg „Ich bin nicht Rappaport“ wurde 1985 am Seattle Repertory Theatre uraufgeführt. 1986 wurde die Komödie mit dem Tony Award, dem Outer Critics Award und dem John Gassner Award als bestes Stück ausgezeichnet und auch in Hollywood mit Walter Matthau verfilmt. Am Broadway lief es, sogar wiederholt, jeweils weit mehr als zwei Jahre. 1987 spielten Will Quadflieg und Kurt Meisel „Ich bin nicht Rappaport“ in Hamburg. Weitere 33 Inszenierungen folgten, bevor Peter Striebeck und Ralf Schermuly am Renaissance-Theater Berlin in die Schuhe ihrer Bühnenfiguren Nat und Midge schlüpften.
 
Sein nächstes Stück „Gespräche mit meinem Vater“ wurde 1991 ebenfalls am Seattle Repertory Theatre uraufgeführt. Fünf Jahre später fand am Renaissance-Theater Berlin die Deutschsprachige Erstaufführung statt.
 
Am 24. September 2003 ist Herb Gardner in New York City nach einer Lungenkrankheit gestorben. Er gehört zu den weltweit am häufigsten aufgeführten Dramatikern.
 

Aufführungen:
ICH BIN NICHT RAPPAPORT

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