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Volker Schlöndorff
Volker Schlöndorff wurde ein Wiesbaden geboren. Bereits im Alter von sechzehn Jahren zog es ihn nach Paris, wo er als Regieassistent bei den Großen des französischen Films in die Lehre ging – angefangen bei Louis Malle über Alain Resnais bis hin zu Jean-Pierre Melville.
 
Schlöndorffs eigenes Langfilmdebüt „Die Verwirrungen des Zöglings Törless“ erlebt 1966 seine Uraufführung bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes.
Der „Törless“ steht in starkem Kontrast zur farbigen Melange aus Roadmovie, Kriminalfilm und schwarzer Komödie beim darauffolgenden Projekt „Mord und Totschlag“ (1967). Es folgen „Baal“ mit Rainer Werner Fassbinder sowie „Strohfeuer“ und „Der Fangschuß“, beide mit Margarethe von Trotta in der Hauptrolle.
 
1975 kreuzte sich zum ersten Mal sein Weg mit dem Mario Adorfs bei „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. Hierfür verfaßte Schlöndorff das Drehbuch und führte gemeinsam mit Margarethe von Trotta Regie. Der Film wurde ein großer internationaler Erfolg und war laut Frankfurter Rundschau der "Durchbruch des jungen deutschen Films". Ebenfalls mit Mario Adorf besetzt folgte 1978 der Episodenfilm „Deutschland im Herbst“.
Die anschließende Zusammenarbeit mit Mario Adorf sollte die berühmteste werden. Mit der Grass-Adaption „Die Blechtrommel“ (1979) gewann zum ersten Mal ein deutscher Film einen Oscar für den besten ausländischen Film (1980). Außerdem wurde der Film mit der Goldenen Palme in Cannes 1979 ausgezeichnet.
 
In Frankreich adaptierte Schlöndorff „Eine Liebe von Swann“ aus Marcel Prousts „À la recherche du temps perdu“ mit Starbesetzung: Jeremy Irons, Ornella Muti und Alain Delon.
In New York entstanden drei US-Produktionen: „Tod eines Handlungsreisenden“ (1985) mit Dustin Hofman und John Malkovich, „Ein Aufstand alter Männer“ (1987) und „Die Geschichte der Dienerin“ (1990), sowie eine sechsteilige Fernsehdokumentation „Billy, how did yo do it?“ (1988-92), Hommage an Schlöndorffs Freund und Kollegen Billy Wilder. Unter dem Titel „Palmetto“ (1998) drehte er mit Woody Harrelson und Elisabeth Shue in Florida einen Film noir.
1991 verfilmte er Max Frischs „Homo Faber“ mit Sam Shepard als Walter Faber und Julie Delpy als Sabeth, der mit etwa 1,5 Millionen Zuschauern in Deutschland zu seinen größten Erfolgen zählt.
 
1992 bis 1997 leitete Schlöndorff als Geschäftsführer die Babelsberger Filmstudios.
 
Mit „Die Stille nach dem Schuß“ (2000) knüpft er noch einmal an seine politischen Filme der 70er Jahre an.
Sein Projekt mit dem Titel „Der neunte Tag“ erzählt die Lebensgeschichte eines Priesters im KZ Dachau. Darsteller sind u. a. Ulrich Matthes und August Diehl.
 
Volker Schlöndorffs Bühnenerfahrung gründet sich auf seine zahlreichen Operninszenierungen und seine Arbeiten „Frauen vor Flusslandschaft“ und „Der Tod eines Handlungsreisenden“. Am Renaissance-Theater Berlin inszenierte er 2004 Eric-Emmanuel Schmitts „Enigma“ mit Mario Adorf und Justus von Dohnányi in den Hauptrollen.
 
(Stand: März 2004)

Aufführungen:
ENIGMA

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