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Mario Adorf
In Zürich geboren ist Mario Adorf einer der wenigen deutschsprachigen Stars, die auch international Ansehen genießen. Er hat mit großen Regisseuren des Weltkinos Filme gedreht - mit Robert Siodmak, Sam Peckinpah, Billy Wilder, Claude Chabrol, Wolfgang Staudte, Damiano Damiani, Rainer Werner Fassbinder und – am Renaissance-Theater Berlin – mit Volker Schlöndorff, der mit „Enigma“ seit langer Zeit einmal wieder für eine Sprechtheaterinszenierung gewonnen werden konnte. Aus der mehr als 160 Filme umfassenden Rollen-Liste seien hier nur diese genannt: „Das Mädchen Rosemarie“ (1958), „Ganovenehre“ (1966), „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1975), „Die Blechtrommel“ (1979), „Lola“ (1981), „Rossini“ (1997). Nicht zu vergessen jene erste Hauptrolle in Siodmaks „Nachts, wenn der Teufel kam“ von 1957, die den 27jährigen schlagartig berühmt machte. So überzeugend spielte Adorf den Serienmörder Bruno Lüdke, daß er den Bundesfilmpreis erhielt und sich für die nächsten Jahre auf Schurkenrollen festgelegt sah.
Es war das Theater, wo er sein außergewöhnliches und vielfältiges Talent entwickeln konnte. Die Münchner Kammerspiele, eine der führenden deutschsprachigen Bühnen, hatten den frischgebackenen Schauspielabsolventen der Münchner Otto-Falckenberg-Schule 1955 in ihr exzellentes Ensemble aufgenommen. Den Rang des Hauses bestimmte Intendant Hans Schweikart, der die Fähigkeit, brillant zu unterhalten mit dem Anspruch auf Kunstwahrheit verband, der sich für Brecht und Dürrenmatt einsetzte und in seinen Inszenierungen den jungen Schauspieler viel beschäftigte. Auch andere bedeutende Regisseure wie Heinz Hilpert waren dort seine Lehrmeister, und der bedeutendste jener Zeit überhaupt - Fritz Kortner. Noch heute bezeichnet sich Adorf, der den unerbittlichen Bühnen-„Arbeiter“ auch bei Proben zu anderen Stücken beobachtet hatte, als einen Kortner-Fan.
Nach sieben Spielzeiten im festen Engagement an den Münchner Kammerspielen machte der Deutsch-Italiener als Charakterdarsteller eine glänzende Karriere in internationalen Kinoproduktionen. Im deutschen Fernsehen setzte Adorf u. a. mit „Kir Royal“ (Regie: Helmut Dietl) und „Der große Bellheim“ (Regie: Dieter Wedel) neue Qualitätsmaßstäbe. Für die Titelrolle erhielt er 1994 die "Goldene Kamera" und den Adolph-Grimme-Preis. Für „Der Schattenmann“ wurde er 1998 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.
 
Zum Theaterspielen kam er nur noch selten, etwa 1979, als er in der Titelrolle von Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ zu sehen war. In letzter Zeit bestritt er auf großen Bühnen singend, erzählend und spielend Solo-Programme. Und hat vier Bücher geschrieben, mit denen er als meisterhafter Erzähler die Bühne der Literatur betrat. Sein neuestes Buch „Himmel und Erde – unordentliche Erinnerungen“ stellte Mario Adorf 2004 im Renaissance-Theater vor.
 
In der Rolle des Abel Znorko in „Enigma“ kehrte Mario Adorf an das Renaissance-Theater zurück, dem er als misanthropischer Schriftsteller in Yasmina Rezas „Der Mann des Zufalls“ bereits 2002 einen großen Publikumserfolg bescherte.
 
(Stand: März 2004)

Aufführungen:
ENIGMA
DER MANN DES ZUFALLS
MARIO ADORF liest SCHAUEN SIE MAL BÖSE! Geschichten aus seinem Schauspielerleben - Hausvermietung
© Hilde Zemann

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