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Mark Britton
Er ist der englische Star der deutschen Comedy-Szene. Als „Nickelodeon“ waren Krissie Illing und er eines von Deutschlands populärsten Comedy-Duos, wenn nicht das populärste überhaupt. Nachdem sie 1984 in London den „Entertainer of the Year Award“ gewonnen hatten, reisten sie um die Welt, von New York bis Tokio, Vancouver bis Amsterdam, und blieben in Deutschland, wo der Nachholbedarf in Sachen „Comedy“ am größten war. Der Erfolg gab ihnen recht. Hier eroberten sie als William und Wilma mit ihren genialen Shows „Did You See That?“, „Dinner for Two“ und „Great Lovers in History“ eine begeisterte Fan-Gemeinde.
Seit 1995 ist Mark Britton mit verschiedenen Solo-Shows unterwegs. Meine erste Bühnenproduktion, die ich selbst schrieb und spielte, hieß „The Little Prince“. Sie hatte ihre Premiere im Garten vor einem Publikum aus Nachbarn und Freunden. Ich war acht Jahre alt. „Apatschen à Go-Go“, das ich ebenfalls geschrieben habe und spiele, hatte seine Premiere im Wohnzimmer vor einem Publikum aus Nachbarn und Freunden. Ich war 38 Jahre alt. Nichts hat sich geändert. In typisch britischem Understatement kalkuliert der studierte Psychologe hier ein, daß es der Leser/ Zuschauer besser weiß: Daß die eigentliche Premiere von „Apatschen à Go-Go“ im Renaissance-Theater stattfand; daß es hier (und nicht nur hier) viele Vorstellungen seiner atemberaubenden Show gab; daß seine Kindheit zwar ein Thema des Abends war, der Abend insgesamt aber ein Meisterwerk an gedanklicher, technischer und spielerischer Perfektion.
Das macht die Faszination des Künstlers Mark Britton aus: die Perfektion seiner Produktionen, die aus der Leidenschaft, ja Besessenheit kommt. Doch es gibt noch etwas anderes, das ihn auszeichnet: eine seltene Kombination von Körperarbeit und Kopfarbeit. Von Anfang an, seit seiner Ausbildung in Pantomime, Comedy, modernem Tanz und Improvisation, hatte er eine Vision, ein Ziel: eine eigene, neue Form des Körpertheaters zu schaffen. Gleichzeitig war er von Anfang an auch Autor, und zwar einer der nicht nur Gags erfand, sondern auch Szenen und Dialoge schrieb – bisher fünf abendfüllende Theaterstücke für „Nickelodeon“, Bücher für TV-Serien und Comedy-Specials.
Mit seinem neuen Projekt, dem Drei-Personen-Stück „Heaven“, tritt erstmals der Autor Britton aus dem Schatten des Comedians. Die Uraufführung fand 2001 unter seiner Regie am Renaissance-Theater Berlin statt.
 
(Stand: Mai 2001)

Aufführungen:
HEAVEN
APATSCHEN À GO GO

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