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Markus Majowski
Is’ das nich’ der, na der, wie heißt er noch? Der von der Telekom? ... Genau, er isses. Diese Frage mußte kommen und sie soll auch sogleich beantwortet werden, schließlich ist der Typ Kult, und das ist immer eine Art Adelsprädikat, auch im Genre Werbespots: Unser Mann im Nadelstreifenanzug ist Markus Majowski, der seinen Herrn Neumann zu einer überaus populären Figur gemacht hat. Der Berliner Schauspieler genießt die Popularität, nicht nur, weil ihn inzwischen jeder mit seinem Namen anspricht (manchmal sogar mit seinem richtigen), sondern weil ich es mir nun leisten kann, gutes Theater zu spielen, das schlecht bezahlt wird.
Theater ist seine Heimat, mit Theater fing alles an. Um genau zu sein, mit Schultheater, wie beim Kollegen Boris. Auch Markus wurde bei der Abitur-Theateraufführung entdeckt. Die versammelten Eltern und Freunde müssen über seinen Dr. med. Hiob Praetorius so gelacht haben, daß der Sohn eines Musikers den Plan, Arzt zu werden, aufgab. Seine Begründung klingt fast wie ein Lebensmotto: Auch Komiker sind ja so etwas wie Ärzte, denn Lachen heilt.
Anders ausgedrückt, Komiker sein, ist für Markus Majowski eine ernste Angelegenheit. Weshalb er auch lieber auf die etwas altmodischen Fach-Bezeichnung „Charakter-Komiker“ zurückgreift. Seine umwerfende komödiantische Verwandlungskunst konnte er in Ayckbourns Stück „Glückliche Zeiten“ beweisen, wo er an der Seite von Nicole Heesters in fünf verschiedenen Rollen glänzte. Erst kürzlich wurde er zur Mitwirkung an einem „Evelyn-Hamann-Special“ eingeladen, dessen Ausstrahlung noch bevorsteht. Schon zu sehen war und ist er etwa in der ZDF-Reihe „Der letzte Zeuge“ und in den Helmut-Dietl-Kinofilmen „Rossini“ und „Late Show“.
Subtile Komik aus dem Geiste der Sprachanalyse zu entwickeln - diese Herausforderung reizte ihn an der Rolle, die ihn 1989 ans Studio des Renaissance-Theaters führte, das Horst-H. Filohn zwei Jahre zuvor als Werkstattbühne für neue und ungewöhnliche Theatertexte gegründet hatte. Hier trat Majowski in zwei experimentellen Einaktern der bedeutenden französischen Schriftstellerin Nathalie Sarraute auf, als Wonneproppen von Sprößling, der sich zum Alptraum der kultivierten Eltern ausgewachsen hatte. In der Uraufführung von Mark Brittons „Heaven“ war er 2001 schließlich auch auf der „großen“ Bühne des Renaissance-Theaters zu sehen.
 
(Stand: Mai 2001)

Aufführungen:
HEAVEN

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