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Jean-Claude Grumberg
Der französische Dramatiker, Drehbuchautor und Schauspieler wurde am 26. Juli 1939 in Paris geboren. Sein Vater, ein jüdischer Schneider, war in den 30er Jahren vor Pogromen in Rumänien nach Frankreich geflohen.
Aber 1942/43 wurden von dort 27000 staatenlose Juden über Drancy nach Auschwitz deportiert, darunter Grumbergs Vater. Seine Mutter versteckte ihre beiden Söhne bei Bauern im unbesetzten Teil Frankreichs, der freien Zone, wo sie Krieg und Verfolgung überlebten. Mit vierzehn Jahren mußte Grumberg die Schule verlassen, um - wie seine Eltern - Schneider zu werden. Daneben spielte er in Amateurtheatergruppen, nahm Schauspielunterricht und war ab 1961 Schauspieler und Regieassistent bei der Compagnie Jacques Fabbri. In dieser Zeit begann er zu schreiben. Sein Debüt als Bühnenautor erfolgte 1967 mit der Uraufführung des Einakters „Michu“, in dem sich Grumberg erstmals mit dem Thema Antisemitismus auseinandersetzte. Ein Jahr später brachte die Aufführung der Farce „Morgen, ein Fenster zur Straße“ den ersten Erfolg. Der endgültige Durchbruch gelang ihm 1974 mit dem Drama „Dreyfus“, das in einer polnischen Kleinstadt Anfang der 30er Jahre spielt, wo jüdische Handwerker ein Stück über die französische Affäre proben. Dreyfus, vom Autor als erfundene Autobiografie meiner Eltern bezeichnet, ist das erste Stück einer Trilogie von Tragikomödien über das Schicksal der Juden zwischen 1930 und 1952, die Grumberg mit den stark autobiografisch geprägten Werken „Das Atelier“ (1979) und „Freie Zone“ (1990) weiterführte.
Weitere Stücke sind „Zusammenstoß“ (1968), „En r'venant de l'Expo“ (1973), „Ferien“ (1978), „Schmutzige Wäsche“ (1994). Für sein dramatisches Gesamtwerk erhielt Grumberg 1991 den Grand Prix de l'Académie Française.
 
Er ist außerdem ein gefragter Drehbuchautor für Kino- und Fernsehfilme, für Regisseure wie Costa-Gavras und Truffaut („Die letzte Metro“).
Zwanzig Jahre nach der Uraufführung erlebte „Das Atelier“ in Paris 1998 ein sensationelles Comeback. 1999 wurde es mit je einem Prix Molière für den besten Autor und die beste Regie ausgezeichnet. 2000 stand es auf dem Spielplan des Renaissance-Theaters in der Inszenierung von Felix Prader.
 
(Stand: Oktober 2000)

Aufführungen:
DAS ATELIER
DAS ATELIER -Gastspiel des RT-

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