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Lena Stolze
Den meisten ist Lena Stolze durch ihre Film- und Fernsehrollen ein Begriff. Für ihre Darstellung der Sophie Scholl in „Die weiße Rose“ (Regie: Michael Verhoeven) und „Fünf letzte Tage“ (Regie: Percy Adlon)  erhielt sie den Bundesfilmpreis, und für die Titelrolle in Verhoevens Film „Das schreckliche Mädchen“ wurde sie mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet.

Weniger bekannt ist die eindrucksvolle Theaterlaufbahn der gebürtigen Berlinerin, die durchweg an ersten Häusern des deutschsprachigen Raumes engagiert war: am Burgtheater Wien, am Bayrischen Staatsschauspiel München, am Thalia-Theater Hamburg. Von den Regie-Meistern Noelte, Lietzau, Minks, Flimm und Robert Wilson wurde sie mit den großen Frauenrollen der dramatischen Weltliteratur von Shakespeare über Calderón, Tschechow, Ibsen, O'Neill bis zu Albee und Heiner Müller betraut.
 
Angefangen hatte ihre Karriere in Berlin: Als blutjunge Schauspielerin spielte sie 1977 an der Freien Volksbühne in Rudolf Noeltes denkwürdiger Inszenierung von Hauptmanns „Die Ratten“ die Walburga mit einem selbständig kämpferischen Tonfall (Theater heute); ebenda war sie die Recha im „Nathan“ unter der Regie von Kurt Hübner, und Hans Lietzau holte die kleine Stolze für seinen „Biberpelz“ als Leontine ans Schiller-Theater. Damals, erzählt sie, sei sie oft im Renaissance-Theater gewesen und habe Rudolf Noelte bei den Proben zu Giraudoux' „Elektra“ zugeschaut.
 
Obwohl die Mutter dreier Kinder seit 1995 wieder in ihrer Geburtstadt lebt, kamen die Rollenangebote weiterhin aus anderen Städten: So spielte sie am Schauspiel Frankfurt in Amélie Niermeyers Inszenierung von Goethes „Stella“ die Cäcilie.
 
Umso mehr überraschte sie die Anfrage des Renaissance-Theaters, in „Alles nur aus Liebe (Things we do for love)“, einer Komödie von Ayckbourn, zu spielen. War doch ihr ureigenstes Rollenfach bisher die mädchenhafte Kämpferin von unbeirrbarem Ernst. Nicht umsonst hatte sie mit ihrer Traumrolle, Penthesilea (Regie: Jürgen Gosch), großen Erfolg.
 
Andererseits gab es seit einiger Zeit den Wunsch, auch mal was ganz anderes zu spielen.
 
(Stand: April 2000)

Aufführungen:
THINGS WE DO FOR LOVE
THINGS WE DO FOR LOVE -Gastspiel des RT-

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