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Hans Hollmann
Hans Hollmann wird 1933 in Graz geboren; nach Universitätsstudien und der 1956 erfolgten Promotion zum Doktor beider Rechte an der Karl-Franzens-Universität in Graz, studiert er Schauspiel und Regie am Max-Reinhardt-Seminar der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien und wird nach Anfängen als Schauspieler und Regisseur am Theater in der Josefstadt Wien 1967 mit seiner Inszenierung von Horvaths "Italienischer Nacht" am Staatstheater Stuttgart überregional bekannt. Seither inszeniert er an allen führenden Bühnen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist sein starkes Engagement für das zeitgenössische Theater, das in vielen Ur- und Erstaufführungen von Stücken von Bertolt Brecht, Elfriede Jelinek, Tankred Dorst, Peter Handke, Rainald Goetz, Heiner Müller und Botho Strauß seinen Ausdruck findet.
Von 1975 bis 78 ist er Direktor der Basler Theater; 1993 erhält er einen Ruf als Professor für Theaterregie an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.
Zu seinen wichtigsten Arbeiten der letzten Jahre zählen "Die Dreigroschenoper" (Schauspiel Frankfurt 1994), die Uraufführung von Tankred Dorsts "Schattenlinie" (Akademietheater Wien 1995), "Zurüstungen für die Unsterblichkeit" (DE 1997 Schauspiel Frankfurt), "Der Turm" (Burgtheater Wien 1997), "Der Bauer als Millionär" (Schauspielhaus Zürich 1997) und die Opern "Tannhäuser" (Deutsche Oper am Rhein 1995), "Le Nozze di Figaro" und "Die Frau ohne Schatten" (Semperoper Dresden 1995 und 1996) und "Parsival" (Opernhaus Zürich 1996).
 
Knapp dreizehn Jahre ist es her, daß Hans Hollmann das letzte Mal in Berlin inszenierte - an den Staatlichen Schauspielbühnen (Schloßparktheater) "Die Dame vom Maxim" von Feydeau mit Mona Seefried, Hans Quest und Peter Matic.
In den Jahren davor hatte der Regisseur hier immer wieder für Überraschungen gesorgt: Er ließ "Kabale und Liebe" (1969) zu Füßen einer riesigen Herzogpuppe spielen als ein Trauerspiel des deutschen Nationalcharakters, mit fiesem Karrierestreber (Präsident), geöltem Beamtenkriecher (Wurm), feigem Haustyrann (Miller), beschränkter Frömmlerin (Luise), himmelstürmendem Phrasendrescher (Ferdinand)  (A.Matschiner).
Seine Inszenierung des komisch-romantischen "Alpenkönig und Menschenfeind" von Raimund (1972) war ein umjubelter Glücksfall mit voller, sicherer und leichter Hand hergestellten Zaubertheaters (F.Luft). Er machte die Berliner mit schwierigen, selten
gespielten Stücken bekannt wie Roussels "Sonnenstaub" (DE 1981) und Schnitzlers "Komödie der Verführung" (1984). Acht Holllmann-Inszenierungen wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen, zuletzt 1988 Rainald Goetz´ "Krieg. Teil 1" (Schauspiel Bonn). „Seine Neugier, Pointenlust und Tollkühnheit machen unsere Bühnen provokanter, farbiger, witziger“, schrieb Georg Hensel 1993 in der FAZ.
 
Am Renaissance-Theater war 1998 Hollmanns Inszenierung von Oscar Wildes „Bunbury“ zu sehen.
 
(Stand: Januar 1998)

Aufführungen:
BUNBURY oder WIE WICHTIG ES IST, ERNST ZU SEIN
BUNBURY oder WIE WICHTIG ES IST, ERNST ZU SEIN -Gastspiel des RT-

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