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George Tabori
Geboren 24. Mai 1914 in Budapest. Als 18-jähriger nach Berlin, Arbeit im Hotelgewerbe. 1933 nach weiterem kurzem Hotelpraktikum in Dresden zurück nach Budapest. 1935 zum Bruder nach London, Arbeit als Journalist und Reiseleiter. Nach letztem Besuch bei den Eltern Weihnachten 1939 als Korrespondent englischer, schwedischer und ungarischer Blätter nach Sofia, Belgrad, Istanbul, Jerusalem, Kairo. Arbeit für die BBC und für den britischen Geheimdienst. Erste Romane. Ende 1943 im Kriegskonvoi zurück nach London, dort Arbeit für BBC und Filmgesellschaften.
 
Nach Kriegsende Nachricht über den Tod des Vaters in Auschwitz, die Mutter hat der Deportation entkommen und sich verstecken können. Sie zieht nun nach London.
 
1947 USA, Versuch, in Hollywood und New York Fuß zu fassen. Drehbücher, unter anderem für Hitchcock, und Theaterstücke. Begegnungen unter anderem mit Thomas Mann, Feuchtwanger, Brecht, Laurence Olivier, Charly Chaplin, Greta Garbo. 1956 erste Regie, 1961 Collage „Brecht on Brecht“ von ihm erarbeitet und mitinszeniert in New York mit großem Erfolg, der jahrelang anhält, aufgeführt. 1963 Übersetzung von Stücken Bert Brechts und Max Frischs, die zum ersten Mal auf amerikanischen Bühnen gezeigt werden. 1965 eigene Theatertruppe. 1968 Uraufführung "The Cannibals" Off-Broadway. 1969 Europäische Erstaufführung des Stückes ("Die Kannibalen") in der Werkstatt des Schiller-Theaters Berlin. Nach Stipendienaufenthalt 1970/71 endgültige Übersiedlung nach Europa, von Berlin aus Inszenierungen an mehreren deutschen Bühnen. 1975 bis 1978 Gründung und Leitung des Theaterlabors am Theater der Freien Hansestadt Bremen, Bearbeitung von Stücken und Aufführungen in intensiver Zusammenarbeit mit der „Gruppe“. 1979 freischaffender Regisseur, hauptsächlich Arbeit an den Münchner Kammerspielen, dann in Bochum. Theaterstücke, Hörspiele, Fernsehfilme, auf allen drei Gebieten große Preise und Auszeichnungen. 1987 Gründung und bis 1990 Leitung des Theaters "Der Kreis" in Wien. Unter der Direktion Claus Peymanns Arbeit im Burgtheater, insgesamt 13 Inszenierungen, davon 9 Uraufführungen eigener Stücke, Welterfolge werden "Mein Kampf" und "Goldberg-Variationen". 1999 mit Peymann nach Berlin an das Berliner Ensemble, dort bis zum Tod am 23. Juli 2007 Arbeit als Regisseur und Autor. Veröffentlichungen seiner dramatischen und seiner Prosawerke in verschiedenen Verlagen, seit 2002 vorwiegend bei Wagenbach.
 
Unter den zahlreichen Ehrungen sind der Büchnerpreis 1992 und der Faust 2006 für das Lebenswerk hervorzuheben.

Aufführungen:
MUTTERS COURAGE
Porträt, © Karoline Bofinger

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