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Markus Lachmann
Die Liste der Regie- und Ausstattungsarbeiten des ausgebildeten Schauspielers ist lang: auf erste Inszenierungen am Schloßtheater Moers folgten Theaterstationen wie Düsseldorf und Pforzheim, Aachen, Göttingen, Heilbronn und Gießen; an den Theatern Parchim und Nordhausen war er Oberspielleiter; zuletzt fanden seine Brandenburger Inszenierungen von Bertolt Brechts „Galileo Galilei“ und Wilfried Happels „Das Schamhaar“ große Beachtung und vor allem eine Uraufführung, die er am Theater Dortmund herausbrachte: „Tumult auf Villa Shatterhand“. Eine Karl-Mayade in fünf Akten von Daniel Call, die er als opulentes Spiel in prall-bunten Bildern in Szene setzte.

1998 inszenierte er zum ersten Mal in Berlin, wieder ein Stück von Call, denn der so produktive wie erfolgreiche Autor ist zwar ein viel gefragter Mann und rühriger Öffentlichkeitsarbeiter, aber auf hauptstädtischen Bühnen noch nicht durchgesetzt. An „Wetterleuchten“ interessiert Lachmann, die Ebene hinter der Realität sichtbar zu machen. Vordergründig spielt das Damendrama in einer Kneipe, dem traditionellen Fluchtpunkt einer patriarchalischen Welt. Doch geht es mitnichten um eine Milieustudie. Call siedelt den Gasthof auf unwirt(k)lichem Terrain an. Für Lachmann ist er eine Insel, an der Schiffbrüchige der Gesellschaft gestrandet sind. Jenseits der nüchternen Alltagsvernunft fängt hier der Zauber an.

(Stand: August 1998)

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