ARCHIV | STÜCKE | PORTRÄTS
Veit Schubert
Der Absolvent der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst-Busch" Veit Schubert fiel schon als Anfänger im Ensemble des Staatstheaters Schwerin (1986) als impulsiver und doch differenzierter Darsteller großer Rollen auf: als Figaro in Beaumarchais' "Der tolle Tag" und Leontes in Shakespeares "Wintermärchen" zum Beispiel.

Der Zusammenarbeit mit Regisseur Christoph Schroth in einer Zeit, da das Herbstgewitter von 1989 in der Luft lag, verdankt er einen im Leben eines Schauspielers seltenen Moment: Protagonist einer "historischen" Aufführung zu sein. Denn eine solche war das Schweriner Gastspiel in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz der legendären "Wilhelm-Tell"-Inszenierung im Oktober '89; Schubert in der Rolle des Titelhelden erlebte hier eine einmalige Entsprechung von Bühnengeschehen und Realität: "das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen."

Das neue Leben blühte für Schubert dann am Berliner Ensemble, auch dort begeisterte er das Publikum in einer Titelrolle, Kleists "Prinz Friedrich von Homburg". Die Begegnung mit dem Regiestar Peter Zadek und Schauspielern wie Gerd Voss erschloß ihm neue Dimensionen der Theaterarbeit, genauso wie die Probenarbeit mit Heiner Müller am "Arturo Ui".

Eine souveräne Glanzleistung zauberte der aus Pirna hinter Dresden gebürtige Sprachvirtuose in der Rolle eines alerten bayerischen Jungpolitikers in Kroetz' "Wir sind ein Volk" auf die Bühne, die den Kritiker von "Theater heute" zu dem Ausruf hinriß: "Der beste Bayer kommt aus Sachsen."

Parodistische Qualitäten, wie er sie hier unter Beweis stellte, wird Veit Schubert durchaus auch für die Gestaltung des Erz-Schlawiners von einem Neffen gebrauchen, der vor allem das ist, was man im schönsten Sächsisch "vigilant" nennt.

Am Renaissance-Theater Berlin war er 1997 in der Uraufführung von Hans Magnus Enzensbergers „Voltaires Neffe“ zu sehen.

(Stand: Januar 1997)

zurück
Kartentelefon : +49-30-312 42 02 | CMS by STAPIS GmbH