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Sam Shepard
Samuel Shepard („Steve“) Rogers III wurde 1943 in Fort Sheridan, Illinois, geboren. Der Beruf seines Vaters – ein Pilot bei der U. S. Air Force – bedingte mehrere Umzüge von Armeebasis zu Armeebasis, bis die Familie schließlich in Kalifornien seßhaft wurde. In der Schule interessierte sich Shepard vor allem für Lyrik, und seine Freizeit verbrachte er als Schlagzeuger einer Garagen-Band. Als Teenager las er Samuel Becketts "Warten auf Godot", das er als „Offenbarung“ empfand: Insbesondere seine frühen Theaterstücke zeigen unverkennbar die Einflüsse des Absurden.

Shepard studierte Landwirtschaft am San Antonio Junior College, schloß sich aber nach einem Jahr einer umherziehenden Schauspieltruppe an. Mit 19 Jahren zog er nach New York City und nannte sich fortan Sam Shepard. Er kellnerte im Village Gate, um für seinen Unterhalt zu sorgen, und verfolgte daneben seine schriftstellerischen Ambitionen. Sein erstes – autobiographisches – Stück "Cowboys" wurde in The Village Voice wohlwollend aufgenommen. Sein Ruf festigte sich durch eine Reihe von Einaktern, die außerhalb des New Yorker Theaterdistrikts aufgeführt wurden. Er arbeitete an experimentellen Orten wie z. B. im La Mama Theatre, im Cafe Cino, am Open Theatre und am American Place Theatre. Mitte der 1960er Jahre spielte er zudem als Drummer der Holy Modal Rounders.

Ein Vollzeit-Theaterautor wurde Shepard erst, nachdem er Stipendien sowohl der renommierten Rockefeller Stiftung als auch der Guggenheim Stiftung erhielt. 1965/66 gewann Shepard den Obie Award der Village Voice für seine Stücke "Chicago", "Ikarus" und "Red Cross". Seine bizarre Komödie "La Turista" wurde 1967 in New York City und 1969 in London produziert. Die New York Review of Books nannte Shepard „einen der drei oder vier derzeit bedeutendsten Theaterautoren“. Mit Patti Smith verfaßte er die Rockoper "Cowboy Mouth", die 1971 in Edinburgh Premiere feierte. In demselben Jahr zog Shepard mit seiner Ehefrau und seinem Sohn nach England und schrieb mehrere Stücke, die auch in den Vereinigten Staaten erfolgreich liefen, darunter "Rhytm & Bluad oder Der Zahn der Zeit" (1972) und "Geography of a horse dreamer" (1974). Mitte der 1970er Jahre – wieder zurück in Kalifornien – entstanden jene Stücke, die ihn noch bekannter machten: "Fluch der verhungernden Klasse" (1976), das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete "Vergrabenes Kind" (1979), "Goldener Westen" (1980) und "Lügengespinst" (1985). Mittlerweile war er nach Tennessee Williams der erfolgreichste Theaterautor der Vereinigten Staaten.

Auch als Filmschauspieler feierte Shepard Erfolge: Er spielte u. a. in "In der Glut des Südens" neben Richard Gere und wurde für seine Rolle als Chuck Yeager in "Der Stoff, aus dem die Helden sind" 1984 für den Oscar nominiert. 1986 wurde Shepard in The American Academy of Arts and Letters aufgenommen, deren Goldmedaille er 1992 erhielt. In die Theatre Hall of Fame zog er 1994 ein – neben elf Obie Awards, zwei Tony Awards-Nominierungen, einem Drama Desk Award und je einer Emmy-, Golden Globe und Screen Actor’s Guild-Nominierung eine weitere Würdigung seines bisherigen Schaffens: Sam Shepard verfaßte bislang über 45 Stücke und ist in über 20 Filmen zu sehen.

(Stand: Oktober 2008)

Aufführungen:
GOLDENER WESTEN


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