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Irmgard Keun
Irmgard Keunwurde 1905 in Berlin geboren, 1982 starb sie im Alter von siebenundsiebzig Jahren in Köln. Bis zuletzt hatte sie sich geweigert, eine Autobiographie zu schreiben, lieber schreibe sie noch einen Roman. "Kein Anschlusß unter dieser Nummer" sollte er heißen. Ihr Lebensroman. Sie hat ihn nicht mehr geschrieben.

Ihr Leben war wie ein Roman: spannend, komisch, traurig und mit einem tragischen Ende - die Kindheit im bürgerlichen Elternhaus in Köln, die Ausbildung zur Schauspielerin, erste Engagements in Hamburg und Stralsund. Zwei große literarische Erfolge Anfang der dreißiger Jahre, "Gilgi" und "Das kunstseidene Mädchen", die gescheiterte Ehe mit einem Schriftsteller, der sich später Hitlers Gefolgsleuten andiente, die Emigration 1936, das Schreiben an den Caféhaus‑Tischen des Exils, ihr Roman "Nach Mitternacht", der 1937 in Amsterdam erschien und aus der Sicht einer 19Jährigen die letzten zwei Tage vor der Flucht aus Nazi-Deutschland beschreibt. Dann folgten die Jahre mit Joseph Roth, 1940 die illegale Rückkehr nach Deutschland, die Jahre des Verstecktseins, das Kriegsende. Dann geriet die Schriftstellerin in Vergessenheit, sie führte einen jahrelangen Kampf gegen den Alkohol, lebte in Armut. Ende der 70er Jahre hatte sie noch einmal ein kleines, spätes Comeback. Ihre acht Bücher waren Chroniken eines Lebens voller Schwierigkeiten und Abenteuer. Irmgard Keun schrieb leicht, aber sie lebte schwer.

Aufführungen:
DAS KUNSTSEIDENE MÄDCHEN

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