ARCHIV | STÜCKE | PORTRÄTS
Rosel Zech
Die gebürtige Berlinerin absolvierte ihre Ausbildung in ihrer Heimatstadt an der Max-Reinhardt-Schauspielschule und nahm Privatunterricht bei Margot Stein. Durch Engagements an zahlreichen renommierten Bühnen wurde sie schnell zu einer der gefragtesten deutschen Bühnenschauspielerinnen: Von 1965 bis 1970 gehörte sie dem Ensemble des Schauspielhauses Wuppertal an, wo sie Peter Zadek kennen lernte. 

Peter Zadek war es auch, der die junge Schauspielerin erst nach Stuttgart und dann von 1972 bis 1979 an das Schauspielhaus Bochum holte. Unter seiner Regie spielte sie hier zum Beispiel die Porzia in Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig", die Cordelia in Shakespeares "König Lear", die Nina in Tschechows "Möwe" und die Titelrolle in Ibsens "Hedda Gabler". Für ihre Rolle in "Hedda Gabler" wurde Rosel Zech 1976 zur Schauspielerin des Jahres gekürt. Weitere Engagements führten sie u. a. an das Hamburger Schauspielhaus, hier spielte sie unter Peter Zadeks Regie die Hermione in Shakespeares "Das Wintermärchen", an die Freie Volksbühne Berlin mit Molières "Der Menschenfeind" (Rolle: Célimène; Regie: Peter Zadek), Tschechows "Platanow" (Rolle: Woinitzewa; Regie: Luc Bondy) und erneut Wildes "Bunbury" (Rolle: Miss Prism; Regie: Peter Zadek).

Bei den Salzburger Festspielen war sie 1992/93 als Calpurnia in Peter Steins Inszenierung von Shakespeares "Julius Caesar" zu sehen. 1994 kehrte sie als Glaube in Hoffmannsthals "Jedermann" nach Salzburg zurück. 1996 spielte sie in München unter der Regie von Hans Neuenfels die Solange in Genets "Zofen". Auch in Wien feierte sie Erfolge, und ihr wurden mehrere Auszeichnungen verliehen, so z. B. die Kainz-Medaille der Stadt Wien 1989 für ihre Rolle in O’Neills "Eines langen Tages Reise in die Nacht" (Regie: Dietmar Pflegerl) oder der Merkur Theaterpreis 2001 für ihre Leistung in Anne Mearas AFTER-PLAY (Regie: Brian Michaels) am Volkstheater München. 2005/2006 spielte sie in der deutschsprachigen Erstaufführung von Yasmina Rezas "Ein spanisches Stück" (Regie: Jürgen Gosch). Bei den Luisenburg Festspielen Wunsiedel 2009 verkörperte sie die Titelrolle in Brechts "Mutter Courage".

Ihr Debüt vor der Kamera gab Rosel Zech 1971 in der Zadek-Verfilmung von "Der Pott". Einem breiten Kinopublikum bekannt wurde sie 1981 durch ihre Rolle der Frau Schuckert in Rainer Werner Fassbinders "Lola" und ihre Verkörperung der Veronika Voss in Fassbinders "Die Sehnsucht der Veronika Voss", für die sie 1982 den Goldenen Bären der Berlinale erhielt. Für "Mascha" wurde sie 1983 mit dem Darstellerpreis der deutschen Film- und Fernsehregisseure ausgezeichnet. Der 1. Preis des World Film Festivals Montreal 1991 und der Bayerische Filmpreis 1992 wurden ihr für ihre Rolle im Kinofilm "Salmonberries" verliehen. Auf der Kinoleinwand war sie darüber hinaus u.a. in "Aimée und Jaguar" sowie in "Kammerflimmern" zu sehen. 2001 verkörperte sie im Fernsehen in "Um Himmels Willen" die Mutter Oberin Elisabeth Reuter. (Stand: Januar 2010)

Rosel Zech verstarb am 31. August 2011 in Berlin.




Aufführungen:
33 VARIATIONEN
© Ruth Kappus

zurück
Kartentelefon : +49-30-312 42 02 | CMS by STAPIS GmbH