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PURE ROMANTIK - Ein Liederabend mit Barbara Krieger

Ihren Durchbruch erzielte Barbara Krieger 1997 beim AS.LI.CO. Wettbewerb der Mailänder Scala. Noch im selben Jahr wurde sie an die Wiener Staatsoper verpflichtet. Seitdem ist die Sopranistin regelmäßiger Gast an den großen Opernhäusern und Konzertsälen auf der ganzen Welt und stand bereits gemeinsam u. a. mit José Curas, Bryn Terfel oder José Carreras auf der Bühne.

Im Rahmen des Liederabends PURE ROMANTIK wird sie von Richard Wagner Wesendonck-Lieder, von Johannes Brahms Zwei Lieder op.91 mit obligater Bratsche sowie von Richard Strauss Vier letzte Lieder präsentieren.

Im Jahr 1862 erschien bei dem Musikverlag Schott in Mainz ein Liederheft  von Richard Wagner: Fünf Gedichte für eine Frauenstimme. Zwei der Lieder: Träume und Im Treibhaus waren als Studie zu Tristan und Isolde bezeichnet. Der Wiener Hofkapellmeister Esser schrieb an Schott von "Wagners trostlosem Liederheft"! Erst im Gefolge von Tristan und Isolde wurde die Bedeutung dieser jetzt allbekannten und viel gesungenen Lieder gewürdigt. - Die Verse, die Mathilde Wesendonck dem Meister in das „Asyl auf dem grünen Hügel“ schickte kamen schon bald mit Tönen des Meisters zur Absenderin zurück. Unter dem dritten, endgültigen Schluss von Schmerzen standen die Worte „es muss immer schöner werden.“

Gestillte Sehnsucht (Friedrich Rückert) und Geistliches Wiegenlied (Lope de Vegas) op. 91 für Stimme, Viola und Klavier: Hier besetzte Brahms interessanterweise neben dem Klavier die tiefe Frauenstimme und die Bratsche. Diese Kombination beider tiefen, warmen Klänge steht in der Liedliteratur beinahe einzig da. Zum fast übergroßen Reichtum in der Begleitung und ihrer rhythmischen Kompliziertheit bilden die beiden Stimmen eng miteinander verflochten und klangreich ein Gegengewicht. Im ersten der beiden Lieder konzertieren Stimme und Bratsche miteinander ein Sehnsuchtsthema. Im Geistlichen Wiegenlied erklingt das weihnachtliche Motiv Joseph, lieber Joseph mein, hier ausschließlich von der Bratsche gespielt. Der Liedtext lässt offen, ob Maria das Jesuskindlein im Schoße wiegt, oder nicht vielmehr die Mater dolorosa den gekreuzigten Christus.

Als der dreiundachtzigjährige Richard Strauss 1947 in London von einer beflissenen Reporterin nach seinen Zukunftsplänen befragt wurde, antwortete er: "Na sterben halt!..." Die Begebenheit ist charakteristisch für die Haltung des greisen Meisters. Das Bewusstsein, am Ende seines Lebens angelangt zu sein, zeitigte bei ihm nicht Selbstmitleid und Verzweiflung, sondern eher gelassene Zuversicht auf das Weiterwirken seines Schaffens. Die - postum so genannten, ein Jahr vor dem Tode des Komponisten entstandenen - Vier letzten Lieder auf Texte von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff sind nicht nur die letzten abgeschlossenen Werke Strauss', sondern auch Zeugnisse seines Abschiednehmens von der Welt.


Karten: 16 € / ermäßigt 12 €





Musik Barbara Krieger (Sopran), Hogen Yun (Klavier), Yumiko Noda (Bratsche)

GÄSTEBUCH
Barbara Krieger - (c) privat

Hogen Yun - (c) privat

Yumiko Noda - (c) privat

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