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Literarische Streifzüge 51: DIE WAHRHEIT DER KUNST

Eleonora Duse im Porträt der Dichter - Eine Lesung mit Susanne Lothar und Sylvester Groth eingerichtet von Gerhard Ahrens

„In Jahrhunderten einmal erscheint ein Mensch ihrer Gattung.“ Eleonora Duse hat in einer Zeit gewirkt, in der man auf dem Theater noch Weltruhm erringen konnte. Bis heute werden die Diven von der Garbo bis zur Callas mit ihr verglichen und nach ihr die „Göttliche“ genannt. „Aus einem hingeworfenen Wort, einer Gebärde, einer Anspielung konstruiert die Duse den lebendigen Menschen, den der Dichter gesehen hat.“ Ihr Bild wird uns von den Dichtern, Denkern und Kritikern überliefert, in den Huldigungen von Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Gabriele d’Annunzio und George Bernard Shaw; in den Elogen von Hermann Bahr und Alfred Kerr. Die große Schauspielergabe der Duse bestand darin, in der Gestaltung ihrer Rollen den von Liebe und Leid heimgesuchten Menschen in seiner Schönheit und Wahrheit zum Ausdruck zu bringen, die Philosophie ihrer Rolle. Alfred Kerr verherrlichte sie: „Bei der Duse hört man die Ewigkeit rauschen.“

Susanne Lothar hatte ihren Durchbruch 1988 als Lulu in Peter Zadeks Hamburger Inszenierung des gleichnamigen Stücks von Frank Wedekind. Darüber hinaus führte sie ihre Theaterkarriere an die Bühnen von Köln, Wien, Stuttgart, Berlin und Salzburg, wo sie mit Luc Bondy, Dieter Giesing, Thomas Langhoff und Thomas Ostermeier arbeitete und nahezu alle wichtigen Bühnenpreise gewann. Ihre erste Filmrolle in „Eisenhans“ von Tankred Dorst brachte ihr 1983 den Bundesfilmpreis ein. Ihre Filmarbeit wird insbesondere durch den Regisseur Michael Haneke geprägt, mit dem sie u.a. „Die Klavierspielerin“ (nach Elfriede Jelinek, 2001), den mehrfach ausgezeichneten Film „Das weiße Band“ (2009) sowie „Die kommenden Tage“ (2010) drehte.

Sylvester Groth stand in Klassikern wie „Nathan der Weise“ und „Macbeth“ auf den Bühnen in  München, Berlin, bei den Salzburger Festspielen und am Wiener Burgtheater. Seit Anfang der 80er Jahre ist er auch in Film- und Fernsehrollen zu sehen. Seit jeher überzeugt Groth vor allem durch eine große Wandlungsfähigkeit und darstellerische Intensität, ob als überforderter Filmregisseur in „Whisky mit Wodka“ (2007) oder als Joseph Goebbels, den er sowohl 2007 in Dani Levys Komödie „Mein Führer“ als auch 2009 in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ verkörperte.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Agentur Trocadero und des Renaissance-Theaters Berlin.

Eintritt: 16 € / ermäßigt 12 € 



mit
Susanne Lothar, Sylvester Groth

GÄSTEBUCH
Foto: Harald Hoffmann

Foto: H.L.Böhme

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