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GOLDENER WESTEN

von Sam Shepard

Deutsch von Michael Schindlbeck

Drastisch und witzig beschreibt Sam Shepard das uralte Thema des Bruderzwists.
Eigentlich sollte Austin, seines Zeichens Drehbuchautor, nur die Pflanzen im Hause seiner Mutter bewässern, solange diese Urlaub macht. Doch als sein Bruder Lee, das schwarze Schaf der Familie, unerwartet auftaucht, sinkt die Lebenserwartung des Grünzeugs gegen Null. Zwischen den beiden Brüdern entbrennt ein wahnwitziger Kampf um Leben und Tod.

Das Stück entlarvt gleichermaßen Männlichkeitsmythen wie auch die Illusion der heilen Familie. Neben der Erkenntnis, daß selbst gestandene Männer immer kleine Jungs bleiben und die meisten Morde im Familienkreis passieren, wird letztlich eines klar: Der wilde Westen lebt!

Sam Shepard, der wohl letzte Romantiker des „alten Amerika“, zerpflückt und beschwört zugleich den Mythos des Western. Der Wilde Westen hat den Goldenen Westen abgelöst, und Shepard betrauert dessen Verlust, denn er weiß: Mit diesem Wandel geriet Amerikas Zuversicht ins Wanken.
Die Aktualität von "Goldener Westen" ist daher auch 20 Jahre nach seiner Uraufführung gegeben - in einem Klima der Verunsicherung und des Selbstzweifels, das der 11. September 2001 heraufbeschworen hat, und in dem sich der Amerikanische Traum von Freiheit und Wohlstand neu definieren muß. 

mit
Eralp Uzun, Christiane Rausch, Milton Welsh, Oktay Özdemir
Regie Frank Hoffmann
Bühne Christoph Rasche
Kostüme Katharina Polheim
Musik René Nuss

GÄSTEBUCH
© Bohumil Kostohryz

© Bohumil Kostohryz

© Bohumil Kostohryz

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