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G WIE GUSTAV MIT F.

von Volker Kühn

Ein Mann sitzt am Schminktisch. Er probiert Masken, Gesichter, Posen aus. Immer neue, immer andere. Er betrachtet sich im Spiegel. Und hadert mit sich. Bin ich das? Und wenn doch - wer bin ich? Wer bin ich wirklich?

Ein Mann geht mit sich ins Gericht, sucht und findet Antworten, die neue Fragen aufwerfen. Er begibt sich auf die Reise ins unbekannte Land, wo das Ich zuhause ist, und er verheddert sich dabei im Gestrüpp aus realistischer Selbsteinschätzung und eigenverliebter Eitelkeit, aus Kunst und Wirklichkeit, Dichtung und Wahrheit.

Der Schauspieler läßt sein Leben Revue passieren. In Monologen, Selbstgesprächen, in Liedern. Es ist die Geschichte einer beispiellosen Karriere, eines Lebens zwischen Tagtraum und hartem, brutalem Alltag.

Baumann spielt Gründgens, den Mann mit den vielen Gesichtern: den Schauspieler, Theaterleiter und Regisseur, den Revuedarsteller und Songschreiber, den Operettensänger und Kabarettisten. Und er spielt seine nähere Umgebung, die ihn bedrängt, aufleben läßt und einengt, gleich mit: Ma, die verständnisvolle Mutter, Klaus, den geliebten Todfeind, und Emmy, die Schauspieler-Kollegin und First Lady eines mörderischen Regimes. Baumann singt, spielt, tanzt, verwandelt sich, jongliert mit Worten, Gesten, Masken.

Annäherungen an einen genialen Selbstdarsteller. Zeit seines Lebens war GG Gegenstand von bewundernder Anerkennung und heftiger Kritik. Er habe “das Bestmögliche aus dem Material Gründgens herausgeholt“, meinte ein Theater-Fan über den Jahrhundert-Mimen, der sich selbst als Legende verstand. Andere, wie Jugendfreund Klaus Mann, wurden nicht müde, das Phänomen GG als persongewordenen Problemfall zwischen Geist und Macht, Talent und Anpassung zu brandmarken.



mit
Helmut Baumann
Buch und Regie Volker Kühn
Musik Niclas Ramdohr

GÄSTEBUCH
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