Renaissance Theater Berlin
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Sylvester Groth
Nach der Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Ost-Berlin fing Sylvester Groth mit Film- und Fernsehrollen an, u. a. in Frank Beyers „Der Aufenthalt“ (nach H. Kant), gastierte 1984 bei den Salzburger Festspielen als Tempelherr in Lessings „Nathan der Weise“, einer Inszenierung von Johannes Schaaf, in der Suzanne von Borsody die Recha spielte. Von 1986 bis 1989 war Groth an der Schaubühne Berlin. Hier konnte man ihn u. a. in der „Affäre Rue de Lourcine“ und als Neoptolemos in Heiner Müllers „Philoktet“ (Regie: Herbert König) sehen.
Seither entwickelte er sich zum Protagonisten renommierter Regisseure an verschiedenen großen Häusern. So spielte er u. a. die Titelrolle in „Roberto Zucco“ von Koltès und „Macbeth“ in Düsseldorf, beide unter der Regie von Herbert König; Osvald in Ibsens „Gespenster“ in Bochum (Regie: Andrea Breth); den „Don Carlos“ in Anselm Webers Hamburger Inszenierung; mit Peter Zadek arbeitete er am „Kirschgarten“ am Burgtheater und an „Richard III.“ in München.
Auch in Berlin trat er immer wieder auf: u. a. am Deutschen Theater in „Quai West“ von Koltès (Regie: Wilfried Minks); am Berliner Ensemble/ Salzburger Festspiele als Robespierre in „Dantons Tod“ (Regie: Robert Wilson) und an der Schaubühne am Lehniner Platz in zwei Grüber-Inszenierungen – „Splendid´s“ von Genet 1994 und 1998 als Pylades in Goethes „Iphigenie auf Tauris“ (mit Angela Winkler, Ulrich Wildgruber und Martin Wuttke).
Die jüngste Theaterarbeit sah ihn und Udo Samel als Protagonisten: In Albert Ostermaiers „Satire auf den Kulturbetrieb“, „The Making Of. B-Movie“, am Münchner Residenztheater (Regie: Wilfried Minks) war Groth ein verkrachter Dichter, der sich von einem ehrgeizigen Freund (Udo Samel) eine neue Identität als dichtender Söldner verpassen läßt, um auf dem Literaturmarkt Furore zu machen. 2001 spielte er am Renaissance-Theater Berlin in der Deutschen Erstaufführung von Yasmina Rezas „Drei Mal Leben“ (Regie: Felix Prader).
 
Von seinen zahlreichen Filmen seien hier genannt: „Stalingrad“ (Regie: Joseph Vilsmaier), „Blue“ (Regie: Derek Jarman, deutsche Fassung), „Requiem für eine romantische Frau“ (nach Enzensberger) und „Der Vulkan“ (nach Klaus Mann). Anfang 2001 war Sylvester Groth im deutschen Fernsehen zu erleben: in „Romeo“ (ZDF) und in „Jenseits“ (ARTE/ ZDF).
 
(Stand: März 2001)
 
 

Aufführungen:
DREI MAL LEBEN
Literarische Streifzüge 51: DIE WAHRHEIT DER KUNST
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