Renaissance Theater Berlin
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Ilse Ritter
Ilse Ritter verkörpert ein Stück deutscher Theatergeschichte. Sie hat mit Regisseuren gearbeitet, die für wesentliche Stilrichtungen des Theaters der letzten vierzig Jahre stehen: Hans Neuenfels, Claus Peymann, Klaus Michael Grüber, Luc Bondy, Peter Stein, Peter Zadek, Robert Wilson, Wilfried Minks, Jossi Wieler, Christoph Marthaler, Matthias Hartmann. Entdeckt wurde sie mit achtzehn auf der Theaterhochschule in Hannover von Hans Bauer, der sie sofort engagierte. Mit dessen Inszenierung von Else Lasker-Schülers „Arthur Aronymus und seine Väter“ (Deutsche Erstaufführung, Wuppertal, 1968; eingeladen zum Berliner Theatertreffen 1969) kam der große Erfolg für die junge Schauspielerin. An der Schaubühne Berlin war sie von 1973 bis 1977 engagiert, wo sie u. a. in Peter Steins legendärer (auch verfilmter) Produktion der „Sommergäste“ von Maxim Gorki die Rolle der Kalerija spielte. Danach begann eine langjährige fruchtbare Zusammenarbeit mit Peter Zadek, zunächst in Bochum: hier war sie die Ophelia an der Seite Ulrich Wildgrubers als „Hamlet“ – auch das eine legendäre Inszenierung. Des Weiteren stand sie im Schauspielhaus Bochum 1983 in Claus Peymanns Inszenierung „Das Wintermärchen“ von William Shakespeare auf der Bühne. In Luc Bondys „Macbeth“ spielte sie die Lady. 1985 wurde sie Schauspielerin des Jahres. Thomas Bernhard erwies ihr seine Reverenz mit einer für sie geschriebenen, nach ihr benannten Rolle in dem Stück „Ritter, Dene, Voss“, uraufgeführt durch Claus Peymann bei den Salzburger Festspielen. Zum Berliner Theatertreffen kam sie erneut 1994 in Jossi Wielers erfolgreicher Inszenierung von Elfriede Jelineks „Wolken. Heim“.

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