Renaissance Theater Berlin
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WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF?

von Edward Albee

Deutsch von Alissa und Martin Walser


 

Was kann geschehen, wenn nach Mitternacht zwei Ehepaare aufeinander treffen - Ein älteres auf ein jüngeres? Wie spielt man „Gib`s dem Gast“ ? Und welche Regeln kann Mann oder Frau in einem brutalen Ehekrieg verletzen? George und Martha - ihre Träume sind unerfüllt geblieben, ihre Illusionen haben sie verloren. Seit Jahren kleben sie an ihren Lebenslügen und führen einen permanenten Ehekrieg mit klaren Spielregeln: Den anderen kleiner machen als er sich selbst schon fühlt. Nach einem College-Empfang für die neuen Dozenten kommen sie um 2 Uhr nachts nach Hause. George will zu Bett gehen, aber Martha erwartet noch Gäste.

Nick und Süße - sie sind neu am College und bereit, sich den Spielregeln anzupassen. Zunächst Zaungäste eines ehelichen Schauturniers, werden sie bald aus ihrer Zuschauerrolle gerissen, voll in den Konflikt der Gastgeber einbezogen und müssen Stellung beziehen. Dabei wird das brüchige Fundament ihrer eigenen Beziehung immer deutlicher. Als Nick und Süße schließlich aufbrechen, bleiben Martha und George ausgelaugt zurück. Nachdem alle Illusionen zerstört sind, besteht vielleicht die Chance auf einen neuen Anfang.


Die von Simone Thomalla verkörperte Martha ist so verletzt wie verletzend, so ordinär zupackend wie im Grunde unfassbar. Thomalla ist zwar der Star des Abends, drängt sich aber nicht vor, sondern glänzt als kluge, gedeihlich integrierte Teamspielerin. Klaus Christian Schreiber ist ihr als schräg-garstiger George von der Präsenz wie Abgründigkeit her ein wunderbar präziser, animierender Partner. Die hinreißend komische Karla Sengteller und der rollengerecht hölzerne Emre Aksizoglu lassen die einerseits treudoofen, andererseits berechnenden Grünschnäbel überzeugend über die Schlingen stolpern, welche ihnen die in dieser Kunst sehr erfahrenen Gastgeber auslegen.
Irene Bazinger, Berliner Zeitung

Martha ist bei Simone Thomalla eine schöne Schlange, die mit kehligem Lachen und rauem Ton lustvoll ihre Giftzähne in den Gatten schlägt. Er, der eigentlich Gedemütigte, gewinnt bei Klaus Christian Schreiber großes Format, weil er mit blitzgescheiter Kriegsführung überzeugt, und weil es Schreiber trefflich gelingt, die Verhärtungen der Seele in sprachlichen Nuancen aufleuchten zu lassen. Sein George ist in diesem Raubtierkäfig der Dompteur.Viel Beifall für eine gut abgestimmte, zügig ablaufende Ensembleleistung.

Katrin Pauly, Berliner Morgenpost

Simone Thomallas von Drinks beflügelte Ausfälle halten ihren Mann auf Distanz, aber im seelischen Zusammenbruch angesichts der Realität gelingen ihr später auch anrührende Momente. Klaus Christian Schreiber ist der souveräne, hundsgemeine und heimtückische Moderator, der aus langjährig gewachsener Zurücksetzung zu immer neuen Anläufen der Hinterlist findet. Emre Aksizoğlu und Karla Sengteller sind sehr überzeugend das junge Paar, das nichtsahnend in die Mühlen einer nächtlichen Enthüllungsparty gerät.
Horst Rödiger, roedigeronline.de

Die Veröffentlichung ausführlicher Kritiken über die Aufführungen wird von Seiten der Zeitungsverlage nicht mehr stillschweigend geduldet und ist honorarpflichtig.

Für die freundliche Unterstützung danken wir:

   

 
                     

mit
Simone Thomalla, Klaus Christian Schreiber, Emre Aksizoğlu, Karla Sengteller
Regie Torsten Fischer

Spieldauer ca. 2 Stunden, inkl. Pause
Foto: Barbara Braun / drama-berlin.de

Foto: Barbara Braun / drama-berlin.de

Foto: Barbara Braun / drama-berlin.de